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Burnout Syndrom

Leidet ein Mensch unter dem Burnout Syndrom, fühlt er sich völlig ausgebrannt, entkräftet und frustriert. Die Betroffenen leiden sowohl psychisch als auch physisch unter diesem Erschöpfungszustand. Die innere Leere der Burnout Patienten weitet sich derart aus, dass diese schließlich keinen Sinn mehr in ihrem Tun und Schaffen sehen.

Oftmals wird das Burnout Syndrom mit einer Depression gleichgesetzt. Ärzte verschreiben zunächst starke Medikamnete ohne das wahre psychische Problem weiter zu ergründen. Ein gravierender Unterschied zwischen dem Burnout Syndrom und einer Depression ist, dass das Syndrom oftmals nur einen Lebensbereich betrifft und sich erst nach und nach auf andere Lebensbereiche ausweitet. Eine Depression hingegen ist allgegenwärtig. Außerdem kann es bei einem Burnout im Gegensatz zur Depression auch einmal zu sorglosen, sogar glücklichen Phasen kommen. Dadurch ist es häufig sehr schwierig, ein Burnout Syndrom zu diagnostizieren. Die Kennzeichnung als Stimmungsschwankung ist nicht selten.

Anzeichen erkennen

 

Erste Anzeichen sollten deshalb nicht unterschätzt werden. Dauerhafte Müdigkeit, Schlappheit, permanente Verdauungsprobleme und Schwindelgefühle sind erste Warnzeichen. Fühlen Sie sich zunehmend unwohl, sind Sie schlapp, gereizt, angespannt, traurig und emotional total ausgelaugt ist es zunächst wichtig die Ursachen zu ergründen. Je früher diese Anzeichen erkannt werden und je eher man dagegen ankämpfen kann, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit ein Burnout Syndrom zu bekommen.

Denn die Symptome sind ebenso gefährlich wie vielfältig. Die körperliche Fitness wird beeinträchtigt, Kopfweh, Übelkeit, häufige Erkältungen und im schlimmsten Falle Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind gravierende Folgen, welche durch das Burnout Syndrom hervorgerufen werden können. Die Lebensqualität wird enorm eingeschränkt, soziale Beziehungen werden vernachlässigt und die Leistung am Arbeitsplatz nimmt drastisch ab.

Die 12 Phasen des Burnout

Herbert Freudenberger hat den Verlauf der Burnout Erkrankung in 12 Phasen unterteilt. Die Betroffenen durchlaufen diese Phasen bis es schließlich zum totalen Burnout kommt. Natürlich kann man nicht jede Phase exakt abgrenzen. Auch kann es sein, dass einzelne Phasen übersprungen werden oder man sich in mehreren Phasen gleichzeitig befindet. Die Phasenunterteilung bietet jedoch einen guten Überblick in Bezug auf den Verlauf der Krankheit. Je früher man erkennt in welcher Phase man sich befindet, desto besser sind die Chancen auf eine Vermeidung des totalen Ausgebranntseins.

Zudem bietet eine Ursachenergründung gute Erfolgsaussichten. Bei jeder Krankheit ist es wichtig, nicht nur die Symptome zu bekämpfen, sondern den Grund für die Erkrankung herauszufinden. Nur so, kann man die Krankheit bzw. das Burnout Syndrom vollständig auslöschen. Die Ursachen sind individuell verschieden. So kann ein unzufriedenstellender Arbeitsplatz ebenso zu einem Burnout Syndrom führen wie ein unglückliches Privatleben. Zu weit gesteckte Ziele, hohe Anforderungen an sich selbst oder übertriebener Ehrgeiz sind außerdem Risikofaktoren für die Erkrankung.

Unterschied Burnout und Depression

Oftmals werden Depressionen und Burnout für ein und dieselbe Krankheit gehalten. Richtig ist jedoch, dass es zwei unterschiedliche Krankheitsbilder sind. Depressionen können allerdings Begleiterscheinungen eines Burnout Syndroms sein.

Der Begriff Depression kann synonym mit depressiver Störung, depressiven Episoden oder Melancholie verwendet werden. Die Melancholie zählt zu den ältesten seelischen Zuständen der Menschheit – sie reicht zurück bis in das zweite Jahrhundert nach Christus, zur Zeit des Hippokrates. Im damaligen Verständnis wurde unter Melancholie ein Gefühl von Weltschmerz, Schwermut, Interessenslosigkeit, innerer Unruhe und gedrückter Stimmung verstanden. Auch heute besteht bei einer Depression immer noch eine erhöhte Suizidgefahr. Psychotherapeutische Maßnahmen sind daher nicht selten und zudem von enormer Wichtigkeit.

Im Gegensatz zu Depressionen, welche alle Lebenslagen umfassen, handelt es sich beim Burnout um eine „kontext-bezogene“ Krankheit. Das Burnout Syndrom steht zunächst in Bezug zu einer bestimmten Situation, zum Beispiel zur Arbeitssituation, und greift erst im späteren Verlauf auf weitere Lebensbereiche über. Depressionen hingegen sind von Anfang an in mehreren Lebensbereichen allgegenwärtig. Außerdem wird eine Depression als Dauerzustand beschrieben, wohingegen Betroffene des Burnout Syndroms auch sorglose Phasen erleben können.

Psychischer Auslöser oft unklar

Depressionen treten oftmals aus heiterem Himmel auf, ohne psychischen Hintergrund und ohne zu wissen, woher diese depressiven Verstimmungen kommen. Beim Burnout Syndrom gibt es einen Auslöser für den hohen emotionalen Erschöpfungszustand, die andauernde Frustration und Desillusionierung. Dieser Zustand zeigt sich meist bei Menschen, die sich stark engagieren, einer idealistischen Begeisterung nachgehen oder in ihrem Job mehr Energie verbrauchen als überhaupt vorhanden ist. Burnout Patienten fühlen sich niedergeschlagen, matt und müde, sind allerdings gleichzeitig innerlich unruhig, nervös und angespannt. Dieser Gegensatz trifft bei Menschen mit Depressionen in der Regel nicht auf.

Ein weiterer Unterschied zwischen dem Burnout Syndrom und Depressionen ist, dass sich Personen mit Burnout in einem Kampf befinden, den sie jedoch nicht gewinnen können. Der Kampf gegen sich selbst und seine zu hohen Anforderungen lässt den Betroffenen auslaugen und schwächt ihn merkbar. Dieses Phänomen, der Kampf gegen sich selbst, tritt bei Depressionen nicht auf, da diese von Anfang an durch Antriebs- und Lustlosigkeit geprägt sind.

Hauptunterschiede

Burnout

  • Auslöser vorhaden
  • sorglose Phasen möglich
  • „kontext-bezogene“ Krankheit

Depression

  • ohne psychischen Hintergrund
  • sorglose Phasen nicht möglich
  • Dauerzustand

Die beschriebenen Unterscheidungskriterien können die beiden Krankheitsbilder zwar voneinander abgrenzen, jedoch nicht komplett unterscheiden. Im weiteren Verlauf des Burnout Syndroms ist es ohnehin nicht mehr möglich Burnout und Depressionen auseinander zu halten, da sich deren Symptomatik häufig überschneidet. Denn, war das Burnout Syndrom anfänglich nur einem Lebensbereich zuzuschreiben, greift dieses in einem fortgeschrittenen Stadium auch auf andere Lebensbereiche über.

Burnout Anzeichen

Spezialisten und Psychologen beschäftigen sich bereits seit einigen Jahren mit dem Burnout Syndrom, um die ersten Anzeichen frühzeitig erkennen und dadurch die Heilungschancen erhöhen zu können. Die Vorboten der Krankheit sind vielfältig, breit gefächert und nicht immer eindeutig identifizierbar. Im Folgenden werden die am auffälligsten und wichtigsten Anzeichengruppen vorgestellt.




Auf körperlicher Ebene zeigen sich Beschwerden wie Konzentrations- sowie Schlaflosigkeit, permanente Müdigkeit, Schwindel und Verdauungsprobleme. Ähnlich wie bei einem Herzinfarkt kann es zu einem völligen Zusammenbruch durch die enormen Belastungen kommen.

Neben den körperlichen Problemen, spielen auch die psychischen Kennzeichen eine bedeutende Rolle. Menschen mit Burnout sind oft gereizt, depressiv, ängstlich, gehetzt, ratlos und aggressiv. Sie unterliegen dem Gefühl, die ihnen aufgetragenen Aufgaben nicht mehr erfüllen zu können. Auch die Angst vor fehlender Anerkennung, macht den Betroffenen zu schaffen. Sie versuchen sich durch weitere Tätigkeiten zu profilieren, was sie immer weiter in den Erschöpfungszustand treibt. Selbstzweifel und Unzufriedenheit bestimmten den Alltag der Patienten, was sich in den drastischsten Fällen in Suizidgedanken widerspiegelt.

Emotionaler Abstand und sozialer Rückzug

Das Verhalten gegenüber Mitmenschen, Kollegen oder Freunden ändert sich. Man distanziert sich, schafft emotionalen Abstand und zieht sich zurück. Soziale Kontakte leiden enorm unter der Isolation. Personen, die an einem Burnout erkrankt sind, verlieren sich in ihrer Arbeit. To-Do Listen und ein überfüllter Terminkalender regieren den Alltag. Die Arbeitszeit „frisst“ die Privatzeit und verstärkt dadurch den sozialen Rückzug.

Es ist somit wenig verwunderlich, dass vor allem Manager, Führungskräfte oder Freiberufler mit einem Burnout zu kämpfen haben. Die eigene Aufopferung für den Job wird als Pflicht erachtet. Übersteigerter Ehrgeiz, Perfektionismus und das Streben nach Spitzenleistungen am Arbeitsplatz führen immer wieder zu einem Burnout Syndrom.

Anzeichen frühzeitig erkennen

Nach einer Studie von TNS Emnid sind bereits 12,5 Prozent der Arbeitnehmer durch ihren Job überanstrengt und entkräftet. Untersuchungen haben außerdem ergeben, dass rund 48 Prozent aller Burnout Patienten eine zusätzliche psychische Erkrankung erleiden und 36 Prozent weitere physische Belastungen auf sich nehmen müssen.

Das Krankheitsbild Burnout zeigt sich auf unterschiedlichste Art und Weise. Es ist deshalb sehr schwierig, die Krankheit frühzeitig selbst zu erkennen, um wirkungsvoll gegenzusteuern. Lassen Sie Warnsignale nicht unbeachtet und suchen Sie sich rechtzeitig Hilfe. Denn nur so ist eine Aussicht auf baldige Besserung und Genesung möglich. Nutzen Sie unseren Test, um etwaige Anzeichen eines Burnout Syndroms zu indentifizieren. Zögern Sie nicht sich an einen Spezialisten zu wenden, um schwerwiegende gesundheitliche sowie geistige Folgen des Syndroms präventiv zu behandeln.

Burnout Symptome

Doch wie erkenne ich nun das sogenannte Burnout? Die Beschwerden sind vielfältig und individuell verschieden. Unterteilen lassen sich diese in psychische, physische, soziale und emotionale Kategorien. Das Zusammenwirken der einzelnen Symptome ergibt schließlich das komplexe Krankheitsbild. Auf psychischer Ebene leiden die Betroffenen oft unter dem Gefühl des Versagens, der Frustration und völliger innerer Leere. Auch Schuldgefühle, Gleichgültigkeit, Verspannungen und Vergesslichkeit sind typische Anzeichen einer Vorstufe des Burnouts.

Die körperliche Fitness wird meist durch andauernde Müdigkeit, Schlafstörungen, häufige Erkältungen und Kopfschmerzen beeinträchtigt. Im schlimmsten Fall sind Drogenmissbrauch, erhöhte Aggressivität und vermehrtes Fehlen am Arbeitsplatz Kennzeichen des Burnout Syndroms.

Sozialer Rückzug verstärkt sich

Soziale Beziehungen leiden extrem unter der Erkrankung. Burnout Patienten ziehen sich zurück, reagieren nicht auf Anrufe und verzichten fast vollständig auf Besuch. Ehe- und Familienprobleme sowie Einsamkeit sind nicht selten Begleiterscheinungen eines derartigen Verhaltens. Auch mit einer negativen Grundeinstellung, Motivationslosigkeit, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Depressionen haben Betroffene zu kämpfen.

Man muss anmerken, dass hier nicht alle Symptome aufgelistet sind. Die Krankheit kann natürlich auch andere Merkmale aufweisen. Es handelt sich hierbei um Symptome, die am häufigsten auftreten und am deutlichsten zu erkennen sind. Für eine umfassende Diagnose sollten Sie in jedem Fall einen Spezialisten aufsuchen.

Übersicht der häufigsten Symptome

psychische Symptome

  • Gefühl der Frustration
  • Schuldgefühle
  • Gleichgültigkeit
  • Verspannungen
  • Vergesslichkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Gefühl des Versagens

physische Symptome

  • Schlafstörungen
  • häufige Erkältungen
  • Kopfschmerzen
  • Drogenmissbrauch
  • erhöhte Aggressivität
  • vermehrtes Fehlen am Arbeitsplatz
  • andauernde Müdigkeit

soziale Symptome

  • Ehe- und Familienprobleme
  • Einsamkeit
  • negativen Grundeinstellung
  • Motivationslosigkeit/li>
  • Verzweiflung
  • Hoffnungslosigkeit
  • Sozialer Rückzug

Weisen Sie bereits einige dieser genannten Symptome auf, sollten Sie schnellst möglich handeln. Suchen Sie sich Unterstützung oder Hilfe und kämpfen Sie gegen das Burnout Syndrom an. Je eher die Krankheit erkannt wird, desto früher kann man diese therapieren. Zur Einschätzung, in welcher Phase Sie sich befinden, können Sie unseren Test durchführen. Dieser kann Ihnen einen Hinweis geben, wie weit die Krankheit schon frotgeschritten ist.

Die 12 Phasen des Burnout

Nach Herbert Freudenberger ist das Burnout Syndrom anschaulich in zwölf Phasen unterteilt. In der Praxis lassen sich diese Phasen jedoch nicht eindeutig voneinander abgrenzen, sondern überlappen oder vermischen sich gelegentlich. Außerdem können sich Betroffene zum Teil in mehreren Phasen gleichzeitig befinden oder einzelne Phasen überspringen.

1. Der Drang nach Anerkennung

Dieses Stadium ist am schwierigsten zu erkennen. Im Grunde ist nämlich die Begeisterung und Einsatzbereitschaft für den Job eher positiv zu bewerten. Überfordert sich der Betroffene jedoch mit seinen zu weit gesteckten Zielen oder übertriebenen Erwartungen, kann der Wunsch nach Erfolg zum Zwang werden.

2. Verstärkte Leistungsbereitschaft

Dieser übersteigerte Einsatz gründet auf der Angst die Kontrolle zu verlieren. Perfektionismus, Sorgfalt und Engagement werden krankhaft. Man setzt noch mehr Energie dafür ein und gibt alles, seinen Ansprüchen gerecht zu werden. Es werden kaum Arbeiten abgegeben, wodurch eine Arbeitsentlastung unmöglich ist.

3. Vernachlässigung eigener Bedürfnisse

Alltägliche Freuden und Pflichten werden als lästig und störend empfunden. Auch das Verlangen nach Ruhe, Schlaf und Erholung tritt immer weiter in den Hintergrund. Die Ernährung und der eigene Körper werden vernachlässigt. Oftmals nimmt in dieser Phase der Konsum von Kaffee, Alkohol oder Nikotin auffällig zu.

4. Ausblenden von Warnsignalen

Betroffene merken zwar, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, blenden dies jedoch aus. Um weiterhin leistungsstark funktionieren zu können, werden diese Alarmsignale verdrängt. Die eigenen Bedürfnisse werden zurückgestellt, Heimlichkeiten und der soziale Rückzug beginnen.

5. Verzerrte Wahrnehmung

In dieser Phase ist Wichtiges von Unwichtigem nicht mehr zu trennen. Emotional geprägt von Desorientierung gehen Freundschaften und berufliche Kontakte verloren und werden sogar oftmals als Belastungen empfunden. Auftretende Probleme in der Beziehung zu seinen Mitmenschen oder dem Partner sind nicht selten.

6. Verdrängung erster Beschwerden

Im Leben des Betroffenen treten vermehrt Probleme als auch körperliche Beschwerden auf. Permanente Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Angstzustände begleiten das Leben des Patienten. Diese Komplikationen werden jedoch ignoriert und für nicht wichtig erachtet. Dieser unbewusste Prozess der Verleugnung dient als Schutzmechanismus.

7. Rückzugphase

Vorherrschende Gefühle während dieser Phase sind Hoffnungslosigkeit und Orientierungsverlust. Emotionale Verflachung und das Verdrängen jeglicher positiver Gefühle nimmt überhand. Das soziale Umfeld, Freunde, Bekannte, Verwandte werden als Bedrohung und Last wahrgenommen.

8. Merkbare Verhaltensänderungen

Der Rückzug verstärkt sich. Jegliche Zuwendung, Hilfe, Aufmerksamkeit oder Unterstützung wird abgewandt. Der Betroffene schränkt sich zunehmend in seiner Denkweise und in seinem Verhalten ein. Kritik wird stets als Angriff auf die eigene Persönlichkeit empfunden.

9. Depersonalisation

Das Gefühl für die eigene Persönlichkeit geht verloren. Daraus resultiert eine tiefe Selbstverneinung und Abneigung gegen sich und seinen eigenen Körper. Es kommt dem Betroffenen vor, als würde er ohne freien Willen funktionieren. Der letzte Rest der Erkenntnis eigener Bedürfnisse schwindet.

10. Innere Leere

Resigniert, pessimistisch und erschöpft bezwingt der Betroffene seinen Alltag. Phobien und Panikattacken sind oftmals die Folge. Das Gefühl sich nutzlos, ausgezehrt und erledigt zu fühlen verstärkt die innere Leere zunehmend. Der Griff zu Drogen und Aufputschmittel ist nicht selten.

11. Auftretende Depression

Die einzigen wahrnehmbaren Gefühle sind nun Verzweiflung, Niedergeschlagenheit und Erschöpfung. An diesem Punkt angelangt, ist einem einfach alles egal. Initiative und Motivation gehen gegen Null, die Depression ist offensichtlich geworden. Der Wunsch nach ständigem Schlaf wird stärker, erste Selbstmordgedanken tauchen auf.

12. Totaler Burnout

Die ursprünglichen Zwänge sind verschwunden und damit auch der Sinn weiterzuleben. Andauernde körperliche und geistige Abgeschlagenheit lähmt und beeinflusst das gesamte Leben. Auch das Immunsystem ist geschwächt, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Magen-Darm-Leiden steigt beachtlich.

Ursachen von Burnout

Genau wie die Symptome, können auch die Ursachen für das Burnout-Syndrom sehr facettenreich sein. Jeder Mensch reagiert anders auf Belastungen. Einige kommen gut damit klar und können ihr Leben managen, andere wiederum halten bereits geringem Druck kaum stand. Die unterschiedlichen Auslöser für eine Erkrankung lassen sich grob in folgende zwei Unterkategorien einteilen: Innere Faktoren, welche die Persönlichkeit umfassen und äußere Kriterien, die sich auf soziale und gesellschaftliche Einflüsse stützen.

Ursachen, die im Zusammenhang mit der eigenen Persönlichkeit stehen, sind unteranderem Perfektionismus, gesteigerter Ehrgeiz, die Tatsache ständig helfen zu wollen und nie nein sagen zu können. Hinzu kommen ein geringes Selbstwertgefühl und mangelnde Stressbewältigungsstrategien.

Überlastung von Körper und Geist

Unrealistisch hohe Anforderungen an sich selbst und zu weit gesteckte Ziele, sowohl im Beruf, im Privaten als auch in der Liebe bedürfen einer Menge Energie. Es dauert nicht lange und es kommt zu einer Überlastung von Körper und Geist und schließlich wohlmöglich auch zum Burnout. Menschen, die für jeden ihrer Mitmenschen ein offenes Ohr haben, sich mit Problemen anderer auseinandersetzen und nie etwas abschlagen können, sind besonders gefährdet am Burnout zu erkranken. Die Neigung zu Ängstlichkeit und emotionaler Labilität (Neurotizismus), d.h. ständig besorgt zu sein und sich grundlos schuldig zu fühlen, ist ein weiterer Einflussfaktor, der eine Erkrankung am Burnout Syndrom begünstigt. Persönliche Risikofaktoren sind zudem der Zweifel am Sinn des eigenen Handelns, die Sucht nach Erfolg und die Schwierigkeit, sich eigene Schwächen und Hilflosigkeit einzugestehen.

Routine als Risikofaktor

 

Soziale und gesellschaftliche Anforderungen können sehr belastend sein und deshalb Auslöser für die Erkrankung am Burnout darstellen. Der Beginn eines Burnout-Prozesses geht meist mit einer Änderung der Lebenssituation einher. Das kann ein Schulwechsel sein, der Studienanfang, ein neuer Arbeitsplatz oder Vorgesetzter, ein anderer Partner oder ein Umzug in eine unbekannte Gegend. Selbstverständlich kann eben genau das Gegenteil der Fall sein, nämlich das Ausbleiben einer erwünschten Veränderung.

Eine signifikante soziale, als auch gesellschaftliche Ursache stellt die Routine dar. Stupide bzw. immer gleiche Arbeitsvorgänge oder Tagesabläufe führen zu Frustration und sind somit Vorläufer der Burnout-Erkrankung. Schlechtes Betriebsklima, mangelnde oder keine Unterstützung von Kollegen und mentaler Stress verstärken dieses negative Gefühl. Auch unzureichende Gerechtigkeit und fehlende Unterstützung sind äußere Faktoren, die das Burnout-Risiko erhöhen. Hinzu kommt eine einseitige körperliche Belastung und langfristige Schicht- oder Nachtarbeit. Werden all diese Extreme nicht mehr anerkannt oder honoriert führt dies nicht selten zu einer völligen Erschöpfung und allgemeiner Unzufriedenheit. Dieser Zustand wird letztendlich als Burnout identifiziert.

In einer immer unpersönlicher werdenden Gesellschaft liegt das Hauptaugenmerk nicht auf der Individualität jedes Einzelnen, noch werden zwischenmenschliche Beziehungen geschätzt, viel mehr Wert scheint auf Leistungen, Ergebnissen und Erfolge gelegt zu werden. All das versetzt den Menschen unter immensen Druck und stellt hohe Anforderungen an ihn, denen er auf Dauer nicht gerecht werden kann.